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Lage in SALEM-Uganda

24.04.2020

Bisher gibt es in Uganda noch relativ wenige registrierte Infizierte (Stand 20.04.2020: 55 Fälle), aber es herrscht wie überall große Angst und es wird davon ausgegangen, dass die Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent erst am Anfang steht.

Die Einschränkungen für die Bevölkerung sind sehr schmerzhaft. Personenverkehr ist fast gar nicht mehr erlaubt, es gibt eine Ausgangssperre von 14 Uhr bis 5 Uhr morgens. Dringende Besorgungen müssen wir mit der SALEM-Ambulanz erledigen. Der SALEM-Pick-up kann auch ab und zu fahren, aber auf Hin-  und Rückweg immer nur mit Ladung. Einige Mitarbeiter sitzen an ihren Wohnorten fest und können nicht mehr ins SALEM-Dorf kommen. Bei einigen ist es umgekehrt; sie kommen nicht mehr zu ihren Familien zurück.

Eigentlich sollte die Beförderung der Patienten der District übernehmen, aber es funktioniert nicht. Leidtragende sind die Kranken und Schwangeren, gerade in ländlichen Gebieten. Andere Krankheiten werden vernachlässigt, auch dies kann tödliche Folgen haben.

Unsere Krankenstation hat von Regierungsseite keinerlei Unterstützung erhalten, um sich auf die Krise vorzubereiten. Ein großes Problem ist auch, dass es bisher nur Testmöglichkeiten in Entebbe gibt. Menschen mit Verdacht auf CoVID sollen ins Mbale Hospital, wo eine Isolierstation eingerichtet wurde. Dort wird dann ein Abstrich abgenommen, welcher dann erst nach Entebbe gebracht werden muss. Anscheinend ist dort nur ein Testgerät vorhanden! Es gibt noch keinen Plan, wie das auf dem Land funktionieren soll. Die kleinen Krankenstationen - wie z. B. die im SALEM-Dorf - sind Erstanlaufstationen für die Patienten, werden aber nicht unterstützt.

In unserem SALEM-Dorf ist es derzeit sonst leider sehr ruhig. Im Hospital ist wenig Betrieb, die Krankenpflegeschule wurde bereits Anfang März geschlossen. Das Kinderdorf arbeitet reduziert, wobei die 35 Kinder natürlich alle da sind. Es wurde aber ziemlich abgeschottet, es sind keine Besuche erlaubt. Security und die Technische Abteilung tun ihren Dienst auch verringert.

In der Schneiderei arbeiten noch zwei Mitarbeiterinnen, die vorwiegend Masken und andere Schutzkleidung nähen. Zusammen mit dem Health Staff haben sie auch Schnitte entworfen, um aus Kunstleder stabile Schutzkleidung zu nähen.

Ein Teil unseres Coronaprogramms, für das wir auch um Ihre Spenden gebeten haben, wurde bereits finanziert und die einzelnen Punkte, wie das Installieren von Handwaschstationen und das Anschaffen von notwendiger Ausrüstung für die Krankenstation, werden nun umgesetzt.

Ein Riesenproblem wird in Zukunft auch die Nahrungsversorgung, v.a. für das Kinderheim, werden. Lebensmittel sind knapp und schwer zu bekommen. Wir müssen mehr Wert auf Selbstversorgung legen!

SALEM-Uganda hat zu diesem Zweck ein angrenzendes Grundstück gekauft. Dieses muss jetzt bepflanzt werden, damit wir in Zukunft verstärkt eigenes Gemüse und Obst ernten können. Momentan regnet es und es herrschen ideale Bedingungen, um Bäume zu pflanzen, die dann Schatten spenden für andere Pflanzen, wie z.B. Mais und Bohnen für das Kinderdorf. Ein Teil des Landes wurde an Mitarbeiter verpachtet, die sich gleichzeitig verpflichtet haben, die jungen Bäume zu pflegen.

Es sollten jetzt in der Regenzeit unbedingt noch mehr Bäume gepflanzt werden. Außerdem wäre es wichtig, dass zumindest ein Teil des Zaunes aufgestellt wird, um die Setzlinge und Pflänzchen zu schützen. Wenn Sie selbst schon in SALEM-Uganda waren, können Sie sich bestimmt an die friedliche Atmosphäre dort erinnern. Wir wollen, dass dies so bleiben kann.

Bitte unterstützen Sie uns, SALEM-Uganda durch diese schweren Zeiten zu bringen. Jede Spende zählt und hilft! Hier können Sie online spenden.

 

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