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Ein Interview mit Dr. Charles Kimbugwe, Arzt in SALEM-Uganda

15.11.2022

Das Interview führte Projektbeauftragte Gertrud Schweizer-Ehrler, die selbst viele Jahre als Krankenschwester in SALEM-Uganda tätig war.

Woher kommst du ursprünglich?

Ich komme aus Kanginima im Butebo Distrikt, ca. 20 km westlich des SALEM-Dorfes. Mein Vater war Grundschullehrer, meine Mutter Hausfrau. Ich habe noch fünf Geschwister. Schon 1993, in meinem Geburtsjahr, hatte das SALEM-Gesundheitszentrum einen guten Ruf, v. a. als Geburtsklinik. So entschieden sich meine Eltern, zur Geburt nach SALEM zu gehen, anstatt in das nähere Mbale Krankenhaus. Da jedoch bei meiner Mutter schon auf dem Weg dorthin starke Wehen einsetzten, kam ich unterwegs zur Welt. Danach kam meine Mutter aber mit mir nach SALEM zur ersten medizinischen Versorgung. 

Wo bist du zur Schule gegangen?

Die Grundschule besuchte ich in meinem Heimatdorf. Es fiel mir immer leicht zu lernen. Die Sekundarstufe bis zur 11. Klasse absolvierte ich in Mbale im Internat. Für die letzten beiden Klassen bis zum Abitur ging ich nach Jinja ins College.

Und wie ging es danach weiter?

Von 2014 bis 2019 studierte ich Medizin an der Universität in Gulu und schloss mit dem Bachelor ab. Das war durch ein staatliches Stipendium aufgrund meiner guten Noten möglich. Im 4. Jahr der Ausbildung mussten wir im Rahmen des Studiums ein Praktikum absolvieren. Dafür bewarb ich mich im SALEM-Gesundheitszentrum.

Wie war es dort für dich?

Ich wurde in SALEM sehr gut aufgenommen. Damals lief das Programm „Voucher Plus“, ein von der amerikanischen Organisation USAID finanziertes Programm zur Unterstützung von Schwangeren. Wir hatten damals sehr viele Patientinnen, v.a. für Kaiserschnitte wurden zahlreiche Frauen nach SALEM überwiesen. Ich konnte sehr viel Erfahrungen, vor allem im chirurgischen Bereich, sammeln. Anschließend war ich meinen Kollegen weit voraus.

Was kam nach dem Studium?

Zuerst habe ich mein praktisches Jahr im Mbale Hospital absolviert. Dabei musste ich alle Abteilungen durchlaufen, also Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin und Kinderheilkunde. Am meisten interessierten mich Pädiatrie und Chirurgie.

Im Jahr 2020 schloss ich dann mein Studium ab. In der Wartezeit, bis ich mein Examen erhielt, arbeitete ich für ca. 2 Monate ehrenamtlich in SALEM. Anschließend bekam ich dort einen Vertrag und bin bis heute dort tätig.

Hast Du Familie?

Ja, meine Frau Doreen und ich haben 2020 geheiratet. Sie ist Kinderärztin und macht im Moment ihren Master. Wir haben ein Baby „Lillibeth“, sie ist ein Jahr alt.

Und wie läuft die Arbeit in SALEM jetzt?

Im SALEM-Gesundheitszentrum wird eine Vielzahl medizinischer Leistungen angeboten - von der Grundversorgung bis hin zur Behandlung durch Spezialisten, die tageweise dazukommen.

Notfälle, v. a. im gynäkologischen Bereich, sehen wir regelmäßig. Aber auch Kinder und Erwachsene kommen mit einer Vielzahl an Krankheitsbildern und erhalten Hilfe.

Des Weiteren bin ich im sogenannten „Outreach-Programm“ involviert. Dabei besuchen wir Menschen in den Dörfern, um Impfungen, Ernährungsberatung, Mutter-Kinder Beratung etc. durchzuführen.

Neu ist ein Ernährungsprogramm, welches von den German Doctors unterstützt wird. Wir sensibilisieren die Familien für die richtige Ernährung ihrer Kinder und führen ein Screening durch; v.a. durch die Messung des Oberarmumfangs können wir schnell erkennen, ob ein Kind unterernährt ist. Aber wir beraten auch im landwirtschaftlichen Bereich, sprechen über unterschiedliche Pflanzen und deren Nährstoffe. Das SALEM-Hospital hat eine reiche Geschichte in der Behandlung von Unterernährten. Darauf greifen wir zurück.

Was sind deine Zukunftspläne, v. a. im beruflichen Bereich?

Ich liebe die Chirurgie, darin möchte ich meinen Facharzt machen. Hierbei kann man den Menschen gut helfen, der Erfolg ist schnell zu sehen.

Bereits jetzt nehme ich an einer Weiterqualifizierung teil. Sie findet in Mbale an zwei Tagen der Woche statt. Im Mbale Hospital sind mittwochs die sogenannten „chirurgischen Tage“, wo ich viel operieren und lernen kann. Die Theorie und die Tests finden meist online statt.

Was möchtest du uns noch sagen?

Ein ganz großer Dank geht an SALEM International, aber auch an SALEM-Uganda, für über 40 Jahre Dienst für die Menschen in der ländlichen Region um das SALEM-Projekt. Vielen konnte so ihr Leben gerettet werden und viele Ugander haben eine Zukunft erhalten. SALEM hat Brücken gebaut und arbeitet mit Partnern wie Tukolere Wamu und Tugende zusammen, so dass viele Menschen davon profitieren können - in Uganda, aber auch in Afrika und global.

Ich persönlich bin durch diese Unterstützung gewachsen, sowohl beruflich als auch privat.

Während meines Aufenthaltes hier in Deutschland habe ich viele engagierte Menschen kennen gelernt, die sicher stellen, dass die Arbeit in den Projekten weitergeht. Ich schätze das sehr.

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