Nachrichten

Neues aus SALEM-Uganda

24.06.2020

Die Kinder sind die großen Verlierer der Corona-Krise

Neben den wirtschaftlichen Auswirkungen haben vor allem sie unter der momentanen Situation zu leiden, so wirkt sich die Pandemie auch stark auf die Kinder im SALEM-Kinderheim aus.

Zwar ist die Zahl der Infizierten nicht so dramatisch wie in Südamerika, den USA und Europa, allerdings hat die ugandische Regierung bereits seit Mitte März einen der härtesten Lockdowns weltweit verordnet. Seither sind alle Schulen zu, der komplette Verkehr wurde ausgesetzt. Sowohl draußen als auch drinnen muss Mundschutz getragen werden. Es herrscht eine nächtliche Ausgangssperre. Viele, v.a. kleine Geschäfte, Restaurants und kleine Hotels (auch das SALEM-Gästehaus) bleiben weiterhin geschlossen. Viele Menschen haben keine Möglichkeit mehr, ein Einkommen zu verdienen, viele wurden entlassen.

SALEM musste leider einige Mitarbeiter in Urlaub schicken. Danach müssen einige unbezahlten Urlaub nehmen. Die Einnahmen des Projektes sind fast nicht mehr vorhanden: das Gästehaus ist zu, die Schneiderei hat kaum noch Kundschaft, die Patienten kommen als Notfall und oftmals ohne Geld.

Die Situation im Kinderheim

Preise für Lebensmittel sind immens angestiegen. Das trifft natürlich besonders auch das SALEM-Kinderdorf. Im neuen Garten werden zwar Mais, Bohnen und Erdnüsse angebaut, aber die Ernte ist noch fern und wird auch bei weitem nicht ausreichen.

Die Regierung hat weiterhin Angst, die Schulen zu öffnen. Mit der Unterstützung von UNICEF soll nun jede Familie ein Radiogerät und jedes Dorf einen Fernseher (je ca. 40 – 60 Kinder aller Altersstufen) für Fernunterricht erhalten. Doch sind die Zweifel groß, dass es einen Lernzuwachs bei den Kindern bringen soll. Und bisher sind es lediglich Versprechungen, davon gibt es in Uganda leider sehr viele.

Die SALEM-Kinder sind alle im Kinderdorf. Wer ansonsten ins Internat oder in die Schulen nach Nakaloke geht, kann dies jetzt nicht wahrnehmen und muss auch im Dorf mitversorgt werden Trotzdem verlangen die Schulen weiterhin die Schulgebühren.

Zudem kamen nochmals 5 sehr bedürftige Waisenkinder ins SALEM-Kinderdorf. Eine Mutter von drei Mädchen war nach langem Leiden an HIV/Aids gestorben, eine andere Mutter von zwei Jungs ist schwerkrank und kann die Kinder nicht versorgen.

Wie geht es den SALEM-Kindern bei geschlossenen Bildungseinrichtungen?

Leider kommt bisher keinerlei Hilfe der Regierung, um die Kinder beim Lernen zu unterstützen. In SALEM haben die „Großen“ also die Schüler der oberen Klassen bzw. diejenigen die bereits fertig mit Schule oder Ausbildung sind, die Aufgabe der Lehrer übernommen. Jeden Tag gleich nach dem Mittagessen ist Unterricht für die Kinder. Racheal, die Sozialarbeiterin, hat einen Stundenplan erstellt, so dass alle Altersklassen etwas lernen können. Anschließend dürfen alle sich bei Sport und Spiel austoben, bevor sie bei den täglichen Hausarbeiten mithelfen.

Wenn Sie den Kindern helfen möchten, durch diese schwere Ausnahmesituation zu kommen, können Sie SALEM-Uganda hier mit einer Spende unterstützen. Vielen Dank!

nach oben ▲