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Zusammen schaffen wir das! (Teil I: Deutschland)

30.03.2020

Ein Virus verändert die Welt

Mittlerweile sind alle unsere Projekte überall auf der Welt von der Corona-Krise betroffen. Noch gibt es zwar direkt vor Ort keine Infizierten, aber die Auswirkungen der Maßnahmen sind überall zu spüren. Nachdem nach und nach Meldungen aus unseren Einrichtungen eintrafen, lässt sich aber sagen, dass es überall eine Übereinstimmung gab: es zeigt sich ein großer Gemeinschaftssinn und jeder tut, was in seinen Mächten steht, damit alle möglichst unbeschadet und gut durch diese schweren Zeiten kommen. Hier ein besonderer Dank an unsere engagierten Mitarbeiter.

SALEM-Höchheim

In Bayern gelten im Augenblick die strengsten Ausgangsbeschränkungen in ganz Deutschland und so ist man natürlich auch in unserer Einrichtung in Höchheim im Krisenmodus angelangt. Während das Außenleben heruntergefahren wird, müssen die Mitarbeiter wesentlich mehr leisten. Da sowohl Schulen als auch Werkstätten für behinderte Menschen geschlossen haben, müssen unsere Bewohner ganztägig betreut werden.

Die Mitarbeiter haben sehr verständnisvoll reagiert und sind sehr engagiert. Seit Anfang letzter Woche gibt es geänderte Arbeitszeiten und teilweise auch geänderte Aufgabenbereiche. So unterstützen z.B. momentan die Arbeitserzieher die Gruppenbetreuung. Einrichtungsleiterin Marianne Bär schreibt: "Es ist ein toller gemeinsamer Geist spürbar, jeder versucht, seinen Teil zum Gelingen des Ganzen beizutragen".

Besonderes Augenmerk liegt auch auf der seelischen Gesundheit der Bewohner, die teils – vermutlich wie wir alle – Schwierigkeiten haben, die Situation zu verstehen und zu akzeptieren. Besonders schwer fällt da auch, dass keine Besuche von außerhalb mehr erlaubt sind.

SALEM-Kovahl

Pädagogischer Leiter Cornelius Degler schreibt uns, das Motto dieser Tage in Kovahl/Neestahl lautet: Verantwortungsübernahme, für mich und auch für meinen Nächsten.

Die erwachsenen Insassen sind teilweise etwas unruhig, da auch sie im täglichen Ablauf eingeschränkt sind. Die Bewohner, die normalerweise in der WfbM arbeiten, können nicht mehr hin. Etwas Tagesstruktur braucht es, da manche nicht untätig sein können. Gemeinsame Einkaufsfahrten finden so nicht mehr statt, nur noch sporadisch einzeln oder zu zweit, Außenkontakte gibt es kaum noch. Selbst Heimfahrten sind leider auch teilweise abgesagt, da eine kurzfristige Heimfahrt nicht sinnvoll und eine längerfristige für die Angehörigen oft nicht machbar ist. Die Arbeits- und Beschäftigungstherapie bei uns auf dem Hof läuft ganz gut, die Mitarbeiter sind motiviert.

Im Jugendhilfebereich sind einige für längere Zeit nach Hause gefahren, da laut Anordnung des Landesjugendamtes keine kurzfristigen, sondern nur längerfristige Beurlaubungen stattfinden sollen. Die Kinder tun sich teilweise sehr schwer damit, eine "Schulstruktur" auch zu Hause zu akzeptieren.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist gut. Inzwischen ist die erste Unsicherheitswelle überstanden und sie haben sich an den wahrscheinlich länger anhaltenden Zustand der Einschränkungen gewöhnt. Viele sind sehr motiviert und haben angeboten, dass sie auch im Fall einer Quarantäne bereit sind, mehr mitzuarbeiten. Unsere Devise lautet: Die oberste Priorität hat die Betreuung der uns anbefohlenen Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, und wir werden im Zweifelsfall die Kräfte auf die Betreuung konzentrieren. Insgesamt versuchen wir die Kräfte so einzuteilen, dass wir auch eine längere Zeit überwinden können.

SALEM-Stadtsteinach

In unserer Zentrale halten wir uns an die empfohlenen Maßnahmen zur Hygiene und zum nötigen Abstand und versuchen sonst, unsere Arbeit möglichst normal weiterzuführen.

Größere Schwierigkeiten bereitet dies unseren Mitarbeiter des Betreuten Einzelwohnens, da sie ja Menschen in den eigenen Wohnungen unterstützen und sich da Kontakt eben größtenteils nicht vermeiden lässt. Bei einigen jüngeren Klienten ist es möglich, auf Telefon oder Social Media-Kanäle umzusteigen, aber der persönliche Kontakt ist in vielen Fällen unerlässlich, um sich auch wirklich zu überzeugen, dass bei den Betreuten alles in Ordnung ist. Behördengänge und Beratungstermine sind fast gänzlich unmöglich, was oft auch finanzielle Probleme für die Menschen bedeutet.

Man spürt, dass das Thema viele Menschen sehr bedrückt. Gerade wo die Kontakte so eingeschränkt sind, kommt hier unseren Mitarbeitern eine bedeutende Rolle als Gesprächspartner zu.

Unser BeWo-Team muss natürlich besonders auf Handdesinfektion etc. achten, da der Schutz vor Infektion sowohl bei den Mitarbeitern als auch den Klienten Priorität hat.

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