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Wie SALEM hilft, das Leben zu gestalten

13.03.2019

Maricela Guadamud – eine inspirierende Frau

Maricela ist seit ihrem siebten Lebensjahr ein Teil von SALEM-Ecuador. Mit unserer langjährigen Unterstützung, doch vor allem durch ihr Talent und Ehrgeiz, konnte sie ihren Traum, Grafikdesign zu studieren, erfüllen. Heute arbeitet die Ecuadorianerin als freiberufliche Designerin und arbeitet gelegentlich für und mit SALEM-Ecuador.

Im Zusammenhang mit dem „Vivir Mi Vida – Stipendienprogramm“ haben wir Maricela gebeten, uns einige Fragen über ihren Beruf, ihre Erfahrungen mit SALEM und die Bedeutung einer guten Ausbildung zu beantworten.


Ausbildung & Berufsleben

Kannst du uns etwas über deinen Beruf bzw. deine momentane Arbeitssituation erzählen?

Ich bin Grafikdesignerin und freiberuflich tätig. Außerdem gestalte ich Wandmalereien und entwerfe Trinkbrunnen für Kolibris. 2019 werde ich ein Projekt starten, um Blumentöpfe aus recycelten Flaschen zu kreieren.

Wann wusstest Du zum ersten Mal, was Du im Leben machen willst?
Ich wusste es einfach. Ich wusste eben immer schon, dass ich genau das machen würde, was mein Herz mir sagt. Zeichnen war schon immer eine große Leidenschaft, vor allem als ich noch nicht schreiben konnte.

Designerin sein heißt, niemals aufhören, kreativ, neugierig, wagemutig und leidenschaftlich bei der Arbeit zu sein.

Welche Auswirkungen hat dein Studienwunsch auf die Situation bei dir zuhause gehabt?
Ich habe mir wirklich Zeit genommen für mein Studium. Ich wollte nicht, dass meine Mutter oder mein Vater sich einmischen. Mein Vater hat eine abgeschlossene Schulbildung, meine Mutter hatte diese Möglichkeit nicht, weil sie eine Frau ist. Ich bekam die Möglichkeit und nutzte sie.

In meiner Familie bin ich die einzige mit einer höheren Schulausbildung. Ich will ein Vorbild für meine Nichten und Neffen sein. Sie sollen sehen, dass mit Ehrgeiz und Engagement alles möglich ist.

Was ist das Wichtigste bei der Wahl des Studiums oder des Berufs?
Wir haben alle verschiedene Fähigkeiten. Wenn jeder das machen würde, was ihm gefällt, hätten wir kompetente Fachleute in allen möglichen Berufsfeldern.

Ist es für Frauen schwieriger, eine akademische und berufliche Karriere zur verfolgen?

Ich denke, dass es in Ecuador einen großen Mangel an sexueller Aufklärung gibt und dass deshalb viele Frauen jung schwanger werden. Somit ist die Frage klar mit „Ja“ zu beantworten: eine Frau mit mangelnden Kenntnissen über Verhütung und Sexualität beendet sehr oft frühzeitig ihre Ausbildung oder beginnt erst gar kein höheres Studium.

Warum ist Bildung wichtig?
Es ist natürlich wichtig, sich zu bilden. Aber nicht, um nur Fachleute, sondern vor allem um Menschen zu werden, die einer Gemeinschaft dienen und sie verbessern können!

SALEM

Wann und wie hast du SALEM entdeckt?
Als ich 7 Jahre alt war, zog meine Familie von der Küste Ecuadors nach Mindo, um in einer Organisation namens SALEM zu arbeiten. Dort habe ich begonnen, eine mir zuvor unbekannte Welt zu entdecken.

Welche Rolle hat SALEM in deinem Schul- und Privatleben gehabt?
Aufgrund meiner Herkunft wurde ich anfangs öfters von Schulkollegen verbal und körperlich gemobbt. In Mindo gab es zum Glück eine zweite Schule und dank SALEM konnte ich diese dann auch besuchen. Sie bezahlten alles: Schulmaterialien, Essen, Schuluniform.  Außerdem hatte ich viele Vorteile, die sonst nur wenige in Mindo hatten. Und natürlich hätten das meine Eltern mit fünf Kindern nie ermöglichen können, aber sie vertrauten dem SALEM-Team in der Hoffnung auf eine besser Zukunft für uns.

Wie hat SALEM Dich im Studium unterstützt?
SALEM unterstützte mich zwei Jahre lang bei den Ausgaben für die Schule und dann ein weiteres Jahr für mein Selbststudium. Ich lebte von Montag bis Freitag in SALEM und verbrachte das Wochenende mit meinen Eltern. SALEM übernahm die Kosten für Essen, Kleidung, Schulmaterialien und Studiengebühren. Ich lernte Englisch, Kunsthandwerk, Tanzen, Nähen und Stricken in verschiedenen Kursen.

Wie hat SALEM bzw. die Menschen in SALEM dein Leben beeinflusst?
Wenn jemand von Gott berührt ist und dir selbstlos die Hand reicht in der Absicht und Überzeugung, dein Leben durch ihre Taten zu verändern, kann der Einfluss auf dich unvorstellbar groß sein; so wie ein Steinchen, das man in einen See wirft. Es bewirkt kleine Wellen, die immer größer werden. So hat SALEM mein Leben geprägt. Diese kleinen Wellen wachsen und es entsteht eine Reihe von positiven Veränderungen in uns und auf der Welt.

Ich habe viele Freunde gefunden, die für mich heute wie Brüder und Schwestern sind.

Was ist an SALEM besonders?
SALEM ist für mich die glücklichste Kindheit, die ich haben konnte, ein göttliches Geschenk.

SALEM ist der Beweis, dass es in dieser Welt Gutes gibt, dass es Hoffnung gibt und dass man alle seine Träume erfüllen kann.

Die Suche nach uns selbst ist der Sinn unserer Existenz. SALEM war für mich wie ein Superheld, der mir zur Hilfe kam. Ich habe nichts erwartet, dieser Held kam aus dem Nichts und beschützte mich und meine Geschwister vor vielen negativen Erfahrungen, die uns zugestoßen waren, und half meinen hart arbeitenden Eltern. Im Projekt habe ich auch meine zweiten Eltern kennengelernt: Lilo und Bruno, die ich nie vergessen werde. Sooft ich kann, schreibe ich Bruno, ich schätze ihn sehr und er weiß es. SALEM ist für mich auf so viele Arten besonders!

Was möchtest Du unseren Spendern und Unterstützern mitteilen?
Zuallererst ein großes herzliches Dankeschön für die Hilfe, die ich bekommen habe und die viele Kinder weiterhin bekommen. Ich möchte Ihnen sagen, dass SALEM wirklich Leben bewegt und verbessert, und dass Sie durch Ihre Spende Leben bewegen und verbessern.

Ein kleiner Beitrag heute kann morgen ganz Großes bewirken!

Die Zukunft

Was sind deine persönlichen Ambitionen Wünsche und Träume für die Zukunft?
Ich beabsichtige, mein Wissen im Bereich des industriellen Grafikdesigns zu nutzen, um alltägliche Probleme von Menschen in ländlichen Gebieten zu lösen. Zum Beispiel der Entwurf eines erschwinglichen und funktionellen Systems von Kompost-Toiletten. Oder die Gestaltung von Unterrichtsmaterialien für Kinder, um ein schnelles und einfaches Lernen zu ermöglichen.
Ein anderer Traum von mir wäre die Eröffnung einer Schule in Cube, einem kleinen Dorf in dem meine Eltern wohnen, um somit den Kindern der Landwirten vor Ort eine Ausbildung zu bieten. Sie sollen lernen, wie wichtig es ist, die Natur zu erhalten, wie man zum Beispiel auf einfache Weise biologische Insektizide machen kann oder vieles mehr. Ich denke, dass Landwirte in der Gesellschaft einen wichtigen Platz haben. Eine nachhaltige Landwirtschaft und ein Leben auf dem Land ist für mich die schönste Zukunft, die ich jemandem wünschen kann.

Welchen Rat würdest Du Jugendlichen geben?
Liebe Jugendliche, ich fordere euch auf, in euch zu schauen, nicht der Mode zu folgen, nicht den anderen alles nachzumachen, euch eure eigene Meinung zu bilden, die Welt mit eigenen Augen zu sehen, zu lesen, eure Jugend zu nutzen und immer neugierig zu sein.

Lasst die Finger von Drogen und Alkohol, daran verliert ihr nur. Schafft euch Freundeskreise für positive Aktivitäten wie Reisen, lernt neue Kulturen, neue Lebensweisen und neue Weltanschauungen kennen. Aber vor allem pflegt eure persönlichen Werte und Prinzipien, so werdet ihr Probleme vermeiden und später dafür belohnt werden!


Wir danken Maricela für dieses Interview! Wir wünschen ihr viel Glück und Erfolg mit ihren Ideen und Träumen!


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