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Der erste Bewohner ist eingezogen!

10.06.2020

Seit dem Spatenstich für das neue Gebäude Ende September 2019 ist viel passiert: Der milde und relativ trockene Winter ermöglichte dem Rohbauer weitgehend durchgängig zu arbeiten. So konnte noch im alten Jahr die Pfahlgründung abgeschlossen und die Bodenplatte gegossen werden. Im Februar standen dann schon die ersten Wände, sodass wir die Aufteilung der Räume langsam erkennen konnten. Als bald danach das Obergeschoss und beide Decken aufgesetzt waren, war das grobe Gerüst des Hauses fertig.

Ohne Fenster und Türen war es darin noch ziemlich kalt und zugig – was allerdings einen neuen Untermieter nicht störte, der dringend auf Wohnungssuche war: Ein Rotschwänzchen hatte einen Durchbruch unter der Decke als ideale Wohnlage erkannt, denn der Platz ist sowohl trocken als auch sicher vor Nesträubern. Es beeilte sich mit dem Nestbau und als wir es entdeckten, lagen schon eine Handvoll kleine Eier darin. Nun stellte sich die Frage: Kann der Durchbruch unberührt bleiben, bis die kleinen Vögel ausgeflogen sind? In Absprache mit der Architektin haben wir ein paar Tage hin und her überlegt – um schließlich dem Vogel und seinen Jungen eine Chance zu geben.

Mittlerweile war der Rohbauer fertig und die folgenden Gewerke hatten schon ihre Arbeit aufgenommen: Zimmerer, Trockenbauer, Elektriker und schließlich auch Fensterbauer waren aktiv – und arbeiteten teilweise sehr lautstark mit Kreissägen und diversen anderen Geräten. Das Rotschwänzchen ließ sich davon nicht beeindrucken und war immer wieder auf dem Nest wie auch in der Umgebung des Hauses zu sehen.

Im Mai begann dann der Fensterbauer, die Fenster einzusetzen – was in Windeseile vonstatten ging. Eines Nachmittags nahm ich mir vor, für das Rotschwänzchen ein Fenster „auf Kipp“ zu stellen, sodass es noch herausfliegen kann. Nach Abzug der Handwerker am Abend ging ich zur Baustelle: oh Schreck – der Durchgang, den der Vogel immer genutzt hatte, war zu, alle Fenster waren geschlossen und kein Griff war montiert! Vor dem Durchgang sah ich das Rotschwänzchen immer hin und her fliegen – es erkannte, dass es ausgesperrt war und war offensichtlich etwas ratlos, wie es nun zu seinem Nest kommen würde. Ich beobachtete es eine Weile – Meter für Meter flog es auf den Innenhof zu, wo eine Schiebetür den einzig offenen Zugang bildete. Einen Meter vor der Tür drehte es um – und flog zurück… Aber es hatte offenbar gut beobachtet und „überlegt“ – in dieser Hoffnung ging ich nach Hause. Am nächsten Morgen saß es ganz selbstverständlich wieder in seinem Nest.

Puh, diese Hürde war also genommen – aber wie lange war der Vogel nicht auf seinem Neste gesessen? War es ausgekühlt? Und hält die Brut den ganzen Lärm aus, gibt es auch für Vögel Stress durch Lärmbelastung?

Mittlerweile sind die Räume soweit hergestellt, dass ich unsere Wohngruppen nacheinander durch das Haus führen und ihnen zeigen konnte, wo und wie sie in Zukunft leben würden. Dabei haben wir natürlich auch dem Nest unseres Rotschwänzchens einen Besuch abgestattet – und wurden empfangen von einem leisen, aber deutlichen Gezwitscher vieler kleiner Vogeljunge, die ganz dringend auf Fütterung warteten…

Offenbar fühlen sich die ersten Bewohner in diesem Haus schon sehr wohl – möge es uns allen auch so gehen, wenn er dann für Menschen bewohnbar sein wird!

Marianne Bär

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