Nachhaltige Landnutzung SALEM-Togo
Ein Bildungszentrum mit landwirtschaftlichen Versuchsflächen, Modellwald, Baumschule sowie Heilpflanzen-Demonstrationsgarten zeigt Wege aus einer angespannten Ernährungs- und Umweltsituation im Norden Togos.
Seit 1997 engagiert sich SALEM im Norden Togos für die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen und den Erhalt ihres Lebensraums.
Die Region Bassar liegt in einer wechselfeuchten Savannenzone. Die Menschen leben überwiegend von landwirtschaftlicher Selbstversorgung und von der Jagd. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei weniger als 250 Euro.
Bevölkerungswachstum und abnehmende landwirtschaftliche Erträge zwingen die Menschen, immer neue Flächen für Ackerbau nutzbar zu machen. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit des Landes von Agrarimporten. Um Feuerholz zum Kochen zu gewinnen, werden Wälder zerstört. Im Zeitraum von 2000 bis 2010 hat sich die Waldfläche nach UN-Angaben um jährlich 5,1 Prozent verringert. Heute sind nur noch fünf Prozent der Landesfläche Togos bewaldet.
Ökologischer Landbau
Aktuelle Studien belegen, dass die Erträge durch moderne Methoden des ökologischen Landbaus gegenüber traditionellen Anbaumethoden mindestens verdoppelt werden können. Bodenverbessernde Maßnahmen wie die Kompostherstellung verringern das Risiko möglicher Ernteausfälle und stabilisieren somit die Nahrungsversorgung. Darüber hinaus müssen keine teuren Dünge- und Pflanzenschutzmittel gekauft werden.
Auf Versuchsflächen demonstrieren wir für jedermann zugänglich, wie erfolgreich ökologischer Landbau sein kann. Im Rahmen von Bildungskampagnen besuchen Projektmitarbeiter regelmäßig die Dörfer der Region, um Landwirte zu beraten.
Wald schützen und nutzen
Die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern, wie sie in Europa seit mehr als 250 Jahren betrieben wird, findet in Westafrika noch wenig Anwendung. Die eingerichteten Wald-Schutzgebiete sind wichtig, bringen der armen Bevölkerung jedoch keinen direkten Nutzen. Deshalb ist es uns ein Anliegen, naturnahe Wälder zu schützen und gleichzeitig nachhaltig zu nutzen. Derzeit entsteht ein solcher 30 Hektar großer Modellwald in Zusammenarbeit mit einer Dorfgemeinschaft.
In der eigenen Baumschule werden einheimische Gehölze, Nutzhölzer und Fruchtbäume vermehrt. Diese werden im Rahmen von Sensibilisierungskampagnen gepflanzt sowie für Aufforstung und Agroforstkultur an Landwirte abgegeben. Gleichzeitig werden im Bildungszentrum Menschen in modernen ökologischen Landnutzungsmethoden geschult und bei ihrer täglichen Arbeit betreut und beraten.
Natürliche Medizin
Im Heilpflanzen-Demonstrationsgarten kultivieren wir lokal verfügbare Pflanzen, die den Reichtum der natürlichen Heilmittel repräsentieren. In Form von Seminaren wird das Wissen über natürliche Medizin, verbunden mit modernen Behandlungsmethoden, weitergegeben. Die Menschen können sich wieder selbst helfen und werden unabhängiger von teuren Importmedikamenten.
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