18.09.2009Dank zahlreicher Spenden hat SALEM-Ecuador endlich das Geld für eine neue Waschmaschine – und die Kinder haben wieder alle Chancen auf “Zeugnisse, die sich gewaschen haben”.

Was gute Noten mit sauberen Schuluniformen zu tun haben? Eigentlich nicht viel, möchte man meinen. Denn ein Fleck auf dem Hemd hat keinen Einfluss auf die Leistungen in Algebra. Doch in der katholischen Schule von Mindo achten die leitenden Schwestern peinlichst genau darauf, dass die Kleidung der Schüler aussieht wie in der Waschmittelwerbung.

„Sonst gibt es Ärger“, erzählt Malte Fähnders, der das SALEM-Kinderzentrum im 2.500-Einwohner-Dorf Mindo geleitet hat. „Manchmal werden die Kinder deswegen sogar nach Hause geschickt“.

Nach Hause zu gehen heißt für 13 Kinder in Mindo, ins SALEM-Haus zu gehen. Dort können sie leben, lernen und – ganz wichtig – einfach nur Kind sein. Denn in ihrem ursprünglichen Zuhause wartet ein alkoholabhängiger Vater oder eine junge, allein erziehende und überforderte Mutter – beides verbreitete Probleme in Mindo. 30 weitere Kinder kommen nachmittags ins SALEM-Kinderzentrum, um ungestört ihre Hausaufgaben zu machen.

Auf dem teils matschigen Heimweg von der Schule zum SALEM-Haus ist es unvermeidlich, dass die Uniformen schmutzig werden, erst recht, wenn noch ein spontanes Fußballspiel dazwischen kommt. Deshalb läuft die Waschmaschine im SALEM-Kinderzentrum ununterbrochen: Sechs Jahre lang drehte die alte Maschine ihre Runden, zehn Mal am Tag. Grob überschlagen macht das 15.000 absolvierte Waschgänge. Da konnte man es der Maschine nicht vorwerfen, dass sie vor einigen Wochen schwach wurde: Sie pumpte das Wasser nicht mehr richtig ab. Die Klamotten bleiben triefend nass zurück und trockneten im tropischen Klima nur schwer. „Es ist aber so gut wie unmöglich, hier einen Fachmann zur Reparatur zu finden, geschweige denn Ersatzteile“, berichtete Malte Fähnders. „Wir brauchen einfach eine neue Waschmaschine.“

Dank zahlreicher kleiner und größerer Spenden ist es nun soweit. SALEM-Ecuador hat endlich das Geld für eine neue Waschmaschine. Nun kann diese die Arbeit aufnehmen und hoffentlich viele tausend Runden drehen. „Muchas gracias – vielen Dank, liebe Spender!“, sagen die Kinder.

Verdient haben es sich die Kinder allemal. In Ecuador werden Zensuren von eins bis zwanzig vergeben. Und als die Kinder ihre Zeugnisse bekamen, hatten neun von dreizehn Kindern aus SALEM keine Zensur niedriger als fünfzehn! „Wir sind mehr als zufrieden mit den schulischen Leistungen“, freut sich Malte Fähnders. Sein Fazit: „Der Aufwand und die Unterstützung für SALEM-Ecuador lohnt sich sehr!“ Denn kaum etwas bringt die Zukunft der Kinder in Mindo so sehr zum Blühen wie – Bildung.



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